22 Juni, 2016

Radfahrstreifen Graumannsweg: Gute Idee, aber Gefährdung durch Geisterfahrer

Cycle lane along Graumannsweg: Good idea, but many wild car drivers


Graumannsweg - © Stefan Warda


Seit einiger Zeit gibt es den Radfahrstreifen am Graumannsweg. Die neu geschaffene Radverkehrsverbindung über den Graumannsweg in Richtung Innenstadt kürzt einige Wegebeziehungen ab und ermöglicht es unangenehme, komplizierte Kreuzungen und Unfallschwerpunkte zu umfahren. Der Graumannsweg bietet Radfahrern mit dem Ziel St. Georg bzw. Innenstadt aus Richtung der geplanten Veloroute 6 von Eilbek bzw. Dulsberg kommend eine elegante Lösung die Kreuzungen Mundsburger Brücke und Mundsburger Damm / Schwanenwik zu umgehen.


Graumannsweg - © Stefan Warda


Im Einbahnstraßenabschnitt des Graumannswegs wurde unter Aufgabe von Raum im Fahrbahnbereich ein Radfahrstreifen entgegen der Einbahnrichtung eingerichtet. Für den entgegenkommenden Verkehr stadtauswärts verblieb dadurch eine Fahrspur. Leider wagen zahlreiche Autofahrer immer wieder das Überholen von Radfahrern, indem sie die durchgezogene Linie überfahren. Auf dem Radfahrstreifen befinden sie sich als Geisterfahrer auf Kollisionskurs mit stadteinwärts fahrenden Radfahrern, die ihrerseits nicht ausweichen können.



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20 Juni, 2016

Hamburg: Neue ungewöhnliche Radverkehrsführung am Millerntorplatz

Hamburg: Less cycle track at Millerntorplatz
Aktualisiert um 22:15 Uhr

Millerntorplatz, Baustelle - © Stefan Warda


Eine ganz ungewöhnliche Radverkehrsführung ist durch die Busbeschleunigung am Millerntorplatz entstanden. Radfahrer im Verlauf der Bundesstraße 4 von Budapester Straße Richtung Ludwig-Erhard-Straße mussten vor dem Umbau der Kreuzung auf einem Radweg fahren.


Millerntorplatz vor dem Umbau - © Stefan Warda

 Nach Ausbau der bislang provisorischen Bushaltestelle der Metrolinie 6 ist der Radweg entfallen. Auf dem Millerntorplatz gibt es nun einen schmalen Schutzstreifen, der durch die Bushaltestelle unterbrochen ist. Konflikte mit wartenden Busfahrgästen und querenden Fußgängern wird es an der dortigen Haltestelle zukünftig deutlich weniger geben. Die Zusammenführung des zuvor weit abgesetzen benutzungspflichtigen Radwegs, der in einen kaum auffallenden Schutzstreifen übergeht, mit der rechten Fahrspur wirkt sehr ungewöhnlich. Jegliche Radwegbenutzungspflicht ist stadteinwärts aufgehoben.


Budapester Straße / Millerntorplatz - © Stefan Warda

Budapester Straße / Millerntorplatz - © Stefan Warda

Budapester Straße / Millerntorplatz: Die Nebenflächen berücksichtigen in keiner Weise die Bedürfnisse der enormen Zahl an Fußgängern (Reeperbahn, Hamburger Dom, Millerntorstadion, usw.) und der Radfahrer - © Stefan Warda

Hier folgt der neugestaltete Bereich Millerntorplatz / Budapester Straße - © Stefan Warda

Millerntorplatz / Budapester Straße - © Stefan Warda

Millerntorplatz - © Stefan Warda

Millerntorplatz - © Stefan Warda

Millerntorplatz - © Stefan Warda

Millerntorplatz - © Stefan Warda

Millerntorplatz nach dem Umbau - © Stefan Warda

Millerntorplatz - © Stefan Warda

Millerntorplatz / Millerntordamm - © Stefan Warda

Millerntroplatz / Millerntordamm - © Stefan Warda



In Gegenrichtung stadtauswärts wurde die bisherige provisorische Bushaltestelle vom Millerntorplatz (Eingang Wallanlagen) weg verlegt in die Budapester Straße kurz nach der Kreuzung mit der Glacischaussee. Fußgänger im Verlauf der Budapester Straße müssen zukünftig in Richtung St. Pauli-Stadion / Schwimmbad den neuen Radweg zweimal kreuzen, was zu Konflikten mit Fußgängern führen wird. Die Haltestelle liegt nun direkt neben dem Heiligengeistfeld, auf dem u.a. rund vier Monate im Jahr der "Hamburger Dom" stattfindet.


Millerntordamm / Wallanlagen, alte Bushaltestelle - © Stefan Warda

Budapester Straße / Glacischaussee, neue Bushaltestelle mit Wildradler - © Stefan Warda

Budapester Straße / Glacischaussee, neue Bushaltestelle mit Wildradler - © Stefan Warda

Budapester Straße / Heiligengeistfeld - © Stefan Warda



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Norderstedt: Zu einer radfahrerfreundlichen Stadt noch ein weiter Weg

Norderstedt: A long way to become a cyclists-friendly city


Norderstedt, Ulzburger Straße - © Stefan Warda

Die häßlichen Seiten der Stadt Norderstedt: Geisterradeln

Im Rahmen der Teilnahme an der Hamburger Fahrradsternfahrt wurden die erheblichen Benachteiligungen des Radverkehrs in Norderstedt mal wieder deutlich bewusst. Besonders auffällig: Radfahrer, denen jahrelang das Geisterradeln vorgeschrieben oder wegen fehlender Radverkehrsführungen an Kreuzungen suggeriert worden war, fahren auch weiterhin nahezu überall vollkommen kreuz und quer je nach Belieben mal auf der rechten oder linken Nebenfläche der Straßen - vollkommen unabhängig von einer entsprechenden Freigabe der Nebenflächen zum Radfahren.


Norderstedt, Ohechaussee / Am Tarpenufer: Der Radweg in Richtung Ulzburger Straße ist benutzungspflichtig - © Stefan Warda

Norderstedt, Ohechaussee / Ulzburger Straße: Die Stadt hat an der Kreuzung für Radfahrer keine andere Möglichkeit vorgesehen, als auf der Fahrbahn von der Ohechaussee nach links in die Ulzburger Straße abzubiegen - trotz Radwegbenutzungspflicht. Die beiden Radler im Bild verhalten sich regelwidrig als Geisterradler - © Stefan Warda


Unsitte Radweglücken an Bushaltestellen

An zahlreichen Bushaltestellen im Verlauf der benutzungspflichtigen Radwege der Ulzburger Straße sind die Radwege unterbrochen. Im Bereich der Bushaltestellen haben Radfahrer in Norderstedt die Wahl in der Fußgänger-Modus zu wechseln oder die Fahrbahn zu benutzen. Eine Aufleitung auf die Fahrbahn, die das sichere und bequeme Einfädeln in den Mischverkehr ermöglicht, hat die Stadt Norderstedt allerdings nicht vorgesehen. Hinter den Bushaltestellen beginnen jeweils wieder Radwege, allerdings ohne Radwegbenutzungspflicht. Radfahrer dürfen dann jeweils bis zur nächsten Querstraße auf der Fahrbahn radeln, weil erst dann wieder eine Radwegbenutzungspflicht angeordnet ist.


Norderstedt, Ulzburger Straße: An der Bushaltestelle "Arriba-Bad" endet der benutzungspflichtige Radweg. Radler müssen hier auf die Fahrbahn wechseln. Ab der Wiesenstraße, der folgenden Querstraße, gilt wieder Radwegzwang - © Stefan Warda

Norderstedt, Ulzburger Straße / Wiesenstraße: Richtung Norden beginnt nach der Haltestelle "Arriba-Bad" ab Wiesenstraße erneut der Radwegzwang - © Stefan Warda

Norderstedt, Ulzburger Straße / Forstweg: Der benutzungspflichtige Radweg endet an der Bushaltestelle "Forstweg". Radfahrer müssen auf die Fahrbahn ausweichen und ab der folgenden Querstraße wieder den Radweg benutzen - © Stefan Warda

Norderstedt, Ulzburger Straße 186: Auch an dieser Bushaltestelle ist der Radweg unterbrochen. Radfahrer müssen also auch hier auf die Fahrbahn ausweichen. Für Radwegliebhaber ist hinter der Busbucht eine Bordsteinabsenkung eingerichtet. Alle anderen dürfen mangels Radwegbenutzungspflicht weiter auf der Fahrbahn radeln - © Stefan Warda


Probleme mit Baustellen

An Baustellen im Radwegverlauf bleiben Radfahrer oftmals unberücksichtigt. Entweder sollen Radfahrer "absteigen", oder aber es gibt gar keine Hinweise. In beiden Fällen müssen sie natürlich auf die Fahrbahn wechseln.


Norderstedt, Ulzburger Straße / Langenharmer Weg Richtung Süden: Ab hier müssen Radfahrer auf die Fahrbahn - © Stefan Warda

Norderstedt, Ulzburger Straße / Langenharmer Weg: Ab hier müssen Radfahrer auf die Fahrbahn - © Stefan Warda

Norderstedt, Ulzburger Straße gegenüber Haus-Nr. 186/184 Richtung Süden: Der Radweg endet wegen Baustelle. Radfahrer müssen auf die Fahrbahn ausweichen. Der nächste Radwegzwang erfolgt erst an der übernächsten Querstraße - © Stefan Warda

Norderstedt, Ulzburger Straße 295a Richtung Süden: Laut Straßenverkehrs-Ordnung müssen Fußgänger wegen dieser Baustelle auf die Fahrbahn ausweichen - © Stefan Warda


Willkürliche Radwegbenutzungspflicht

Die Radwegbenutzungspflicht scheint in vielen Straßenzügen vollkommen willkürlich und ohne Sachverstand angeordnet zu sein. Als Beispiel ist der Wechsel von benutzungspflichtigen und benutzungspflichtfreien Radwegabschnitten im Verlauf der Ulzburger Straße.
Wie zuvor schon erwähnt wechseln sich durch Radweglücken im Bereich von Bushaltestellen benutzungspflichtige und nicht benutzungspflichtige Radwegabschnitte zwischen Breslauer Straße und Alter Kirchenweg / Rathausallee ab.
Ein anderes Beispiel betrifft die Ulzburger Straße im Abschnitt zwischen Alter Kirchenweg / Rathausallee und dem sog. "ersten Meilenstein" bei der Waldstraße. Richtung Norden gilt für Radfahrer der Gehwegradelzwang auf einem dafür ungeeigneten Gehweg. Richtung Süden gibt es keinen Radwegzwang, obwohl abschnittsweise relativ gut erkennbare und brauchbare Radwege vorliegen.
Im verkehrsberuhigten Bereich des "Meilensteins" gilt Tempo 30 und Fahrbahnradelzwang. Im nördlich anschließenden Bereich am Weg am Denkmal der Gehwegradelzwang im Gegenverkehr auf dem westlichen Gehweg der Ulzburger Straße.
Im Abschnitt zwischen Segeberger Chaussee / Ohechaussee und Breslauer Straße gibt es in Richtung Norden keinen Radweg. Dort ist das Beradeln des Gehwegs bei Schritttempo gestattet. Richtung Süden ab Breslauer Straße gilt Radwegzwang. Nach wenigen Metern löst sich der Radweg zugunsten von Stehzeugeplätzen alternativlos auf. Hier müssen Radler auf die Fahrbahn wechseln - wie in Norderstadt üblich ohne gesicherte Aufleitung. Kurz vor der Kreuzung mit Ohechaussee / Segeberger Chaussee beginnt wiederum eine Radweg - jedoch ohne Radwegzwang.



Lichtblick: Neue Radstation

Im Oktober eröffnete Norderstedts erste Radstation an der Schnellbahnstation Norderstedt-Mitte. Noch gibt es reichlich freie Plätze in der neuen Anlage.


Norderstedt, Rathausallee - © Stefan Warda

Norderstedt, Radstation - © Stefan Warda

Norderstedt, Radstation - © Stefan Warda

Norderstedt, Radstation - © Stefan Warda

Norderstedt, Radstation - © Stefan Warda

Norderstedt, Radstation - © Stefan Warda

Norderstedt, Radstation - © Stefan Warda





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Verunsicherungsaktion "Schon gecheckt": Warnwesten für Hamburgs Radfahrer

Culture of fear: High viz vests for cyclists in Hamburg


Fahrradsternfahrt Hamburg 2016 - © Stefan Warda


Laut einer Pressemeldung der Polizei Hamburg wollten die Partner Kampagne "Schon gecheckt" - der ADFC, der Landesbetrieb Verkehr, die Landesunfallkasse, die Polizei Hamburg und andere Partner aus dem "Forum Verkehrssicherheit" - während der Hamburger Fahrradsternfahrt kostenlos Warnwesten an Radfahrer verteilen. Tatsächlich trugen während der Fahrradsternfahrt viele Radfahrer "Schon gecheckt"-Warnwesten. Es ist daher anzunehmen, dass die Träger nicht allein Ordner gewesen sind. In einem NDR-Beitrag war gestern abend zu sehen, dass ADFC-Aktivist Uwe Jancke als Veranstalter von "Mobil ohne Auto" Warnwesten verteilte. Seitens des ADFC wurde jedoch beteuert, dass der Radelclub keine Warnwesten verteilen würde.




Wollen wir in einer Stadt leben, in der alle Radfahrer Warnwesten tragen müssen?

Es bleibt zu hoffen, dass mit der massenhaften Abgabe von Warnwesten an Radfahrer in Hamburg nicht das Tragen von Warnwesten etabliert wird. Im ungünstigsten Fall würde dies bedeuten, dass Gerichte zukünftig Radfahrern, die keine Warnwesten tragen, im Falle eines nicht verschuldeten Unfalls eine Teilschuld aufbürden, da verständige Menschen selbstverständlich Warnwesten tragen würden. Auf jeden Fall würde sich ein stärkerer Anteil von Wanrwestenträgern ungünstig auf die Sichtbarkeit der Radfahrer ohne Warnwesten auswirken. Zukünftig würden Autofahrer Radfahrer ohne Warnwesten weniger gut wahrnehmen, wenn sich das Radfahren mit Warnwesten mehr und mehr etablieren würde. Mechthild Klein vom ADFC Hamburg befragte in der RadCity den Braunschweiger Verkehrspsychologen Prof. Dr. Mark Vollrath zum Märchen von Warnwesten als Unfallschutz.

Wenn alles tagsüber Leuchtkleidung trägt, dann schwindet die Sichtbarkeit wieder, schätzt Vollrath.

Wollen wir in einer Stadt leben, in der alle Radfahrer Warnwesten und ggf. auch noch Helme tragen müssten? Ganz bestimmt nicht.



In den Niederlanden wird vorgelebt, dass für die Sicherheit der Radfahrer gesorgt wird - ganz ohne Warnwesten und ohne Helm. Diesem Beispiel sollten wir folgen und nicht die Opfer einer verfehlten Verkehrspolitik doppelt bestrafen, indem sie sich einerseits mit einer schlechten und gefährlichen Infrastruktur abfinden müssen und zusätzlich auch noch mit allen möglichen Protektoren ausgerüstet werden sollen, die Spaß und Freizügigkeit der Mobilität erheblich verleiden.


Fahrradsternfahrt Hamburg 2016 - © Stefan Warda

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19 Juni, 2016

Hamburg: Streiflichter von der heutigen Fahrradsternfahrt

Hamburg: 20.000 cyclists on rally for climate protection
Aktualisiert um 21:16 Uhr

© Stefan Warda


Der Veranstalter "Mobil ohne Auto" konnte je nach Quellenangabe 20.000-26.000 Radfahrer für die heutige Sternfahrt für mehr Klimaschutz mobilisieren.


© Stefan Warda
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Vermutlich das richtige Fahrzeug für den klassischen Hambrger Radweg - © Stefan Warda
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