01 April, 2015

Deutsche wollen autounabhängig werden

Germans want to become less dependable on cars


© hamburgize.com / Stefan Warda


Das Umweltbundesamt veröffentlichte das Ergebnis einer Repräsentativumfrage zum Umweltbewusstsein in Deutschland.

82 Prozent der Befragten sind dafür, Städte und Gemeinden gezielt so umzugestalten, dass man kaum noch auf ein Auto angewiesen ist. Bei jungen Menschen (14- bis 17-Jährige) sind sogar 92 Prozent für diese Umgestaltung. Eine hohe Zustimmung gibt es für neue Mobilitätskonzepte in den Städten. Auch steigt die Bereitschaft, auf alternative Angebote wie Carsharing zuzugreifen.

Gestützt wird dieser Wunsch durch die Aussagen zu Lärmemmisisonen. Drei Viertel der Befragten (77 Prozent) fühlen sich durch Lärm in irgendeiner Form zumindest etwas belästigt. Bei den einzelnen Lärmquellen steht der Straßenverkehr mit Abstand an der Spitze.


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Volvo-Visionen

Volvo visions





Der Auto-Hersteller Volvo möchte fortan nur noch verkehrssichere Autos bauen. Mit der Vision 2020 verspricht Volvo, dass ab 2020 niemand mehr in einem neuen Volvo getötet oder schwer verletzt wird sowie kein Volvo mehr verunfallt.

Volvo Cars Vision 2020 - and beyond
Volvo Cars believes that fatalities and severe injuries in traffic are unacceptable. The Swedish safety pioneer has therefor declared its Vison 2020 - Nobody should die or be seriouesly injured in a new Volvo by the year 2020 -, and beyond this, to build cars that do not crash anymore.

Für Radler (und Fußgänger) gibt es dazu das Reflektorspray "Volvo-Lifepaint". Mit diesem tagsüber unsichtbaren Spray, das auf Kleidung und Fahrrad aufgetragen werden soll, sollen nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer sich in Leuchtkörper verwandeln. Leider soll die Wirkung des Wundermittels nur eine Woche vorhalten. Danach soll erneut zum Spray gegriffen werden. Derzeit ist das Spray nur in Großbritannien erhältlich.

Ein weiteres unfreiwilliges Spielzeug für Radler sind speziell vernetzte Fahrradhelme, die mit der Technik der Volvo-Fahrzeuge korrespondieren und mittels der Assistenzsysteme der Volvo-Fahrzeuge Bremsvorgänge einleiten oder ähnliches. Wenn demnächst noch jeder andere Fahrzeughersteller eine andere Assistenztechnik für deren Fahrzeuge entwickelt, müssen Radler demnächst wohl mehrere Helme für alle gängigen Autohersteller tragen und sich zusätzlich alle Wochen zusprayen. Zumindest in den Niederlanden werden sich Autohersteller damit nicht durchsetzen können. Die Helmtragequote im Alltagsverkehr tendiert gegen Null, Helmtragen ist bei unseren fahrradbegeisterten Nachbarn absolut verpönt.

Übrigens: Wie möchte Volvo verhindern, dass ab 2020 kein Volvo mehr auf Radwegen oder Gehwegen parkt und dadurch ggf. Unfälle entstehen?


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93 Prozent der deutschen Autofahrer sollen Tempolimits missachten

93 percent of German car drivers are speeding


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Laut einer französischen Studie sind deutsche Autofahrer fast ausnahmslos Rüpelfahrer.
  • 93 % halten sich nicht an Tempolimits
  • 73 % halten keinen ausreichenden Sicherheitsabstand ein
  • 67 % geben zu, andere Verkehrsteilnehmer mit Worten und Gesten zu beleidigen
  • 60 % fahren ohne zu bremsen durch Baustellen
  • 59 % blinken nicht beim Spurwechsel
  • 34 % fahren bewusst knapp auf

Trotz all dieser Regelverstöße halten sich deutsche Autofahrer für gute Verkehrsteilnehmer.
  • 97 % bezeichnen sich als "aufmerksam"
  • 81 % als "ruhig"
  • 57 % finden ihren Fahrstil "rücksichtsvoll"

An der Befragung im Auftrag der französichen Stiftung Vinci autoroutes sollen 1000 deutsche Autofahrer teilgenommen haben.


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Angesichts der zugegebenen Regelmissachtungen und der gleichzeitigen Selbstüberschätzung mag sich kaum noch jemand als Fußgänger oder Radfahrer auf die Straße trauen.
 

Im europäischen Vergleich gelten laut der Studie schwedische Autofahrer als besonders rücksichtsvoll, als besonders aggressiv gelten italienische Autofahrer.
 


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31 März, 2015

Todesfalle Radwegende

Death trap at end of cycle track


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Wer in Barmbek den "Radweg" in der Hellbrookstraße nutzt und am Radwegende unbekümmert der Markierung auf den Schutzstreifen auf der Fahrbahn folgt, der könnte ein verkürztes Leben haben.

Glücklicherweise fahren heute schon viele Radler auf den Fahrbahn. Die Radwegbenutzungspflicht ist aufgehoben, der "Radweg" zwischen Steilshooper Straße und Schwalbenstraße ist unbenutzbar. Nur ab Schwalbenstraße bis zur Fuhle war der Radweg vor wenigen Jahren nochmals verbreitert worden. Seit dem Umbau der Fuhle wurde der Radweg kurz vor der Fuhle schon entfernt und parallel ein Schutzs- und Radstreifen auf der Fahrbahn angelegt. Der Wechsel vom noch vorhandenen Radweg auf die Fahrbahn wurde leider nicht von Fachleuten geplant. Die Überleitung wurde an der ungeeignetesten Stelle eingerichtet, die sich in der Hellbrookstraße nur finden lässt. Wer sein Kind bislang immer auf Radwegen gut aufgehoben dachte, der sollte nun endgültig an der Sicherheit von gebrauchsüblichen Radwegen zweifeln.


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30 März, 2015

Pannenkreisverkehr: Norderstedt zieht Gehwegbenutzungspflicht zurück

Goof roundabout: Norderstedt makes little improvements

Aktualisiert am 31.03.2015
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Radfahrerunfreundlichste Verkehrsanlage Deutschlands

Die mit dem "Goldenen Pannenflicken 2014" bedachte Stadt Norderstedt sieht offenbar nun doch Handlungsbedarf.  Anfang des Jahres erhielt die Nachbarkommune den Schmähpreis der Initiative Cycleride "für die komplette Vernachlässigung nichtmotorisierter Verkehrsteilnehmer beim Neubau des Knoten Ochsenzoll". Der "Pannenflicken" in Goldstandard würdigte das Kreuzungsbauwerk als "fahrradunfreundlichste Verkehrsanlage Deutschlands".


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Seit Eröffnung des Bauwerks im November 2013 hagelte es heftige Kritik in Norderstedt. Dennoch weigerte sich die Stadt bislang grundsätzliche Veränderungen vorzunehmen. Selbst das Ergebnis eines Sicherheitsaudits, welches erhebliche Mängel am Kreuzungsbauwerk bescheinigte, wurde bislang ausgesessen.

Stadt Norderstedt macht Rückzieher

Vor einigen Tagen gab es eine Verkehrsschau mit dem Landesbetrieb Straßenbau (LBV), der Norderstedter Verkehrsausicht, der Polizei und dem ADFC. Wenige Tage später waren die zwei Verkehrszeichen 240 am Kreisverkehr verschwunden. Damit hat die Stadt Norderstedt nun endlich Fehler an der Radverkehrsführung eingestanden. Noch Ende letzten Jahres sah Baudezernent Thomas Bosse keinen Handlungsbedarf und lehnte jede Veränderung ab.

Wir haben wiederholt dargelegt, warum aus unserer Sicht alles bleibt, wie es ist. Und daran ändert sich auch jetzt nichts.


Kreisverkehr jetzt ohne Gehwegbenutzungspflicht

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Segeberger Chaussee / Langenhorner Chaussee vor der Verkehrsschau mit VZ240

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Segeberger Chaussee / Langenhorner Chaussee nach der Verkehrsschau ohne VZ240

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Segeberger Chaussee / Langenhorner Chaussee nach der Verkehrsschau ohne VZ240: Radfahrer sind noch in der Umgewöhnungsphase

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Segeberger Chaussee / Langenhorner Chaussee nach der Verkehrsschau ohne VZ240: Radfahrer sind noch in der Umgewöhnungsphase

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Segeberger Chaussee / Langenhorner Chaussee nach der Verkehrsschau ohne VZ240: Radfahrer sind noch in der Umgewöhnungsphase

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Segeberger Chaussee / Schleswig-Holstein-Straße vor der Verkehrsschau mit VZ240

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Segeberger Chaussee / Schleswig-Holstein-Straße nach der Verkehrsschau ohne VZ240


Mit Entfernung der Verkehrszeichen 240, die das Gehwegradeln vorgeschrieben hatten, gibt es für Radler nur noch die Möglichkeit, die Fahrbahn im Kreisverkehr zu benutzen, oder die gesamte Kreuzung weiträumig zu umfahren. Gleichwohl dürfen Fußgänger ein Rad auf dem Gehweg mitführen. Die Aufhebung der Gehwegbenutzungspflicht wird sicherlich noch weitere Veränderungen nach sich ziehen. Der Lindenplatz in Lübeck, ein komplizierter mehrspuriger Kreisverkehr mit Bypässen, zeigt, in welche Richtung sich der Ochsenzoll-Knoten entwickeln könnte. Radeln ist dort auf der Fahrbahn erlaubt und wird mittels Aufleitungen auf die Kreisfahrbahn verdeutlicht.


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Tücken der verunglückten Radverkehrsführung

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Radler, die sich das Fahrbahnradeln auf dem Kreisel nicht zutrauen, und lange Umwege um die Kreuzung vermeiden wollen, können notfalls als Fußgänger den Fußgängertunnel nutzen

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Heute war allerdings mal wieder Streiktag beim Lift, und so müssen Fahrräder die Treppe hochgetragen werden. Rollifahrer müssen dagegen sogar große Umwege machen, weil es ebenerdig keine Querung gibt und die Treppe mit Rollstuhl nicht zu bewältigen ist. Wieso wurde der Autoverkehr nicht in den Lift verbannt, damit Radfahrer und Fußgänger auf kurzem Weg die Kreuzung bewältigen können?


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