28 November, 2014

Velorouten entlang Mönckebergstraße an Adventssamstagen traditionell gesperrt

Cycle routes along Mönckebergstraße will be closed the following four saturdays

© hamburgize.com / Stefan Warda


Wegen der Weihnachtsparaden werden die ausgewiesenen Velorouten 7, 8, 9 und 10 entlang der Mönckebergstraße morgen und an den folgenden drei Adventssamstagen gesperrt sein.


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Betroffen ist vor allem die in diesem Jahr ausgebaute Veloroute 8 Richtung Horner Rennbahn. In den vergangenen Jahren hatten die zuständigen Behörden keine Umleitungsstrecke für den Radverkehr während der Sperrungen der Mönckebergstraße eingerichtet. Als Ausweichstrecke bieten sich Steinstraße und Ballindamm an.


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Der Buslinienverkehr wird auf die Steinstraße umgeleitet werden, die dort eingerichtete Ersatzhaltestelle beim Johanniswall wird den dortigen benutzungspflichtigen Fakeradweg dauerhaft blockieren. Radfahrer  müssen also den benutzungspflichtigen "Radweg" meiden und Richtung Osten auf der Fahrbahn bleiben.


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Am Ballindamm entlang der Veloroute 5 ist der unsichtbare Fakeradweg vor der Europapassage zu meiden. Während der Einkaufssamstage werden Fußgänger und Kampfparker die Benutzung des "Radweges" unmöglich machen.


© hamburgize.com / Stefan Warda

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Wegen des vermehrten Fußgängerverkehrs werden auch die unsichtbaren "Radwege" entlang des Wallrings (Steintorwall / Glockengießerwall) an der Querung mit Spitalerstraße und Hauptbahnhof unpassierbar bleiben. Auch dort ist rechtzeitig vor den Konfliktstellen auf die Fahrbahnen auszuweichen, trotz Radwegbenutzungspflicht. Alternativ bestünde die Möglichkeit als Fußgänger das Rad schiebend in ausreichendem Abstand die Versammlungspunkte zu umgegehen.


http://vimeo.com/17246758


Bislang hat es in Hamburg einzig zum "Alstervergnügen" eingerichtete Umleitungen für den Radverkehr entlang Velorouten wichtiger Veloverbindungen gegeben. Die erste Umleitungseinrichtung dazu erfolgte 2013.


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27 November, 2014

"Ich verpfeif dich" - Jaywalker-Kampagne in Köln erntet Kritik

"I am going to tell on you" - Cologne jaywalking campaign criticized


Quelle: KVB


In Kopenhagen gibt sich der bekannte Radverkehrsblogger und Fahrradbotschafter Mikael Colville-Andersen geschockt über die Rotlicht-Kampagne der Stadt Köln, der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) sowie der Kölner Polizei. Nach Colville-Andersen werden Fußgänger mit der Kölner Kampagne verspottet. Die Kampagne reihe sich ein in das in den 1920er Jahren in Amerika erfundene Jaywalking-Konzept, mit dem die Straßen für den Autoverkehr befreit werden sollten. Fußgänger galten fortan als irritierende Hindernisse, während bis zu deren Verunglimpfung die Straßenräume vornehmlich den Fußgängern gehörten und Autofahrer das Fußgängergeschehen respekieren mussten.

Köln will unter dem Motto "Köln steht bei Rot!" und "Ich verpfeif dich" gegen Rotlichtsünder unter Fußgängern vorgehen. Mit im Gespann ist laut Kölner Stadtanzeiger sogar ein Pfarrer. Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers fordert gar die Erhöhung der Bußgelder für Jaywalker zur Verringerung der Unfallzahlen. Während Polizeipräsident Albers die Zunahme von Fußgängerunfällen durch deren Rotlichtverstöße erklärt, forderte dagegen Arnold Plickert, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW, zum Schutz von Fußgängern und Radlern grundsätzlich Tempo 30 in Städten.

10 000 Schwerverletzte in neun Monaten – das ist eine erschreckende Zahl. Mit Blitzen alleine werden wir dieses Problem nicht lösen, weil vor allem Fußgänger und Radfahrer oft bei Unfällen verletzt werden, bei denen die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten worden ist. Deshalb brauchen wir endlich eine ernsthafte Diskussion über Tempo 30 in den Innenstädten und Tempo 90 auf den Landstraßen.


Quelle: KVB / (c) Christoph Seelbach
 

Gestorben wird zunehmend nicht mehr im Auto, sondern vor dem Auto

Sorge bereitete den Experten des GdP-Foums "Verkehrsunfallprävention ist mehr als Blitzen" vor allem die Beobachtung, dass unter den Verkehrsopfern immer mehr Radfahrer und Fußgänger zu finden sind. Während die PKW-Insassen durch die moderne Fahrzeugtechnik immer besser geschützt werden, sind Radfahrer und Fußgänger bei Unfällen schutzlos. Weil immer mehr Menschen Rad fahren und weil gleichzeitig immer mehr ältere Menschen zu Fuß unterwegs sind, bei denen ein Unfall viel gravierendere Folgen hat, als bei den Jüngeren, rechnet der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Michael Mertens sogar mit weiter steigenden Opferzahlen. Eine Prognose, die auch von den anderen Teilnehmern des Forums geteilt wird: Gestorben wird zunehmend nicht mehr im Auto, sondern vor dem Auto. Mertens sieht Radler und Fußgänger zunehmend benachteiligt.
Autofahren ist so sicher wie noch nie. Wer zu Fuß geht, oder mit dem Fahrrad fährt, lebt aber gefährlich. 

Laut einer jüngst veröffentlichen Studie des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) sind die Deutschen mehrheitlich für eine Reduzierung der Regelgeschwindigkeit von 50 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften. 51% der Befragten empfanden die Regelgeschwindigkeit als zu hoch, dagegen meinten nur 27%, das träfe nicht zu. Laut DVR sei zu erwarten, dass durch eine Absenkung der Regelgeschwindigkeit innerorts sowohl die Anzahl der Unfälle als auch die Unfallschwere deutlich verringert werden könne.


Quelle: DVR


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Unsinniger "Radweg" am Bahnhof Langenhorn Markt

New fake cycle track at Langenhorn Markt station

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Kein Fortschritt: Erneuerter "Radweg" an der Bushaltestelle Bahnhof Langenhorn Markt

Hamburgs Radfahrer genießen seit rund einem Monat freie Fahrt entlang der Bushaltestellen bei den St. Pauli Landungsbrücken. Der ehemalige Fakeradweg vor den dauerhaft wartenden Stadtrundfahrtbussen ist ersetzt worden durch eine Radspur, die den Konfliktpunkt mit den Bussen, Fahrgästen, flanierenden Touristen und illegalen Werbeaufstellern umgeht. Nach dem gleichen Prinzip waren vor einiger Zeit auch Haltestellen an der Bramfelder Chaussee und der Holsteiner Chaussee umgestaltet worden. Und auch am Baumwall wurde der konfliktträchtige Fakeradweg entfernt. Radler haben dort eine Spur erhalten, die um den Bereich des haltenden Busses beim Bahnhof Baumwall herumführt. Bei der Umgestaltung des Gänsemarkts wurden dieses Jahr neue Radspuren aufgetragen, die Radler an den haltenden Bussen vorbeiführen, ohne in Konflikt mit Passanten oder wartenden Fahrgästen zu geraten. 

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Fortschritt: Neue Radspur an der Bushaltestelle Bei den St. Pauli Landungsbrücken im Verlauf der Velorouten 11, 12 und Elberadweg

Anders dagegen in Langenhorn am Bahnhof Langenhorn Markt. Seit einigen Jahren wird der Knoten an der Tangstedter Landstraße (Ring 3) umgebaut. Schon während der langen Bauphase gab es keine regelkonformen Radverkehrsführungen. Mittlerweile sind die Baumassnahmen fast komplett abgeschlossen. Auf der Nordseite ist ein neuer breiter Radweg entstanden, der halbwegs von wartenden Fahrgästen frei bleibt, weil dort Fahrgäste überwiegend aussteigen und von dort zügig zur U-Bahn gehen.

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(Diese Testfahrt fand mit angemessenem Tempo rücksichtsvoll ohne Klingeln statt und wurde abgebrochen, als absolut kein Durchkommen mehr möglich war. Die Fahrt wurde auf der Fahrbahn fortgesetzt)

Auf der Südseite, auf der es während der Bauphase keine Radverkehrsführung gab, ist prinzipiell alles so geblieben wie vor dem Umbau. Der Fahrgastwechsel von U-Bahnhof auf Busse wirkt sich unmittelbar auf den Radverkehr aus. Große Menschenansammlungen, die auf Busse warten blockieren dauerhaft den Fakeradweg. Da hilft Radlern auch keine Radwegbenutzungspflicht: Auf dem Fakeradweg besteht für Radfahrer tagsüber kein Durchkommen. "Kampfsteher" blockieren in größeren Gruppen gemeinsam den Radverkehr. Obwohl der gesamte Straßenbereich am Bahnhof Langenhorn Markt umgestaltet wurde, haben die Kampfplaner eine sichere und benutzbare Radverkehrsführung schlicht vergessen. Nach historischem Muster werden Radler an der Tangstedter Landstraße weiterhin mitten in Gruppen wartender Fahrgäste gelotst, die überwiegend ahnungslos auf dem "Radweg" stehen. Das hilft höchstens dem Autoverkehr, wenn Radler nicht vom hier rechtmäßigem Fahrbahnradeln Gebrauch machen (solange der "Radweg" blockiert ist).



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26 November, 2014

Verbotene Radwegbenutzungspflicht in Tempo 30-Zone

Forbidden obligation for bad cycle track in speed limit zone


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Regelverstoß in der Tangstedter Landstraße: Tempo 30-Zone (links) und Radwegbenutzungspflicht (rechts) schließen sich nach StVO aus


Die Tangstedter Landstraße in Langenhorn wird derzeit umgebaut. Dies scheint Anlaß genug für die Anordnung einer unzulässigen Radwegebenutzunspflicht innerhalb der ausgewiesenen Tempo 30-Zone. Die Straßenverkehrs-Ordnung untersagt eine Radwegbenutzungspflicht innerhalb von Tempo 30-Zonen. Wegen der Baumaßnahme zwischen Langenhorner Chaussee und Timmweg steht dem Fahrzeugverkehr nur eine Fahrspur zur Verfügung. Der Radverkehr in Gegenrichtung der Einbahnstraße ist daher aufgehoben. Parallel zur Einbahnstraße ist jedoch ein Fakeradweg eingerichtet, der nach einigen Metern mitten im Baufeld verschwindet - sich quasi in Luft auflöst. Gibt es in Hamburg keinerlei Überwachung der massenhaft regelwidrig eingerichteten Verkehrsführungen für den Radverkehr an Baustellen?


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Dies soll der benutzungspflichtige Zweirichtungsradweg in der Tempo 30-Zone der Tangstedter Landstraße sein

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Tangstedter Landstraße / Timmweg: Die Radspur entgegen der Einbahnstraße endet hier ohne Alternative. Der Zweirichtungsradweg aus Richtung Langenhorner Chaussee ist aus Richtung Timmweg nicht angezeigt

Kurioserweise wurde im Zusammenhang mit dieser regelwidrigen Baustelle der Gehweg entlang der Langenhorner Chaussee ab Tangstedter Landstraße Richtung Norden zum benutzungspflichtigen Radweg erklärt. Das Begehen dieses Radwegs ist nach StVO verboten. Der Fußgängerüberweg ist somit vorläufig überflüssig, da er Fußgänger nur auf einen für sie verbotenen Radweg führt. Fußgänger müssen nunmehr entweder den in Fahrtrichtung Norden linken Gehweg benutzen oder als Anlieger auf der rechten Straßenseite gemäß StVO die Fahrbahn benutzen. Ob das angesichts der dunklen Jahreszeit im Sinne der Verkehrssicherheit ist?


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Langenhorner Chaussee / Tangstedter Landstraße Richtung Norden: Deluxe-Radweg

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23 November, 2014

Petition gegen billiges Kampfparken

Petition against cheap car parking on cycle tracks
Aktualisiert am 26.11.2014
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Die "Initiative clevere Städte" startet morgen mit einer Petition gegen das subventionierte und geduldete Kampfparken. Die Initiative fordert die Anhebung der Bußgelder für Kampfparken auf Geh- und Radwegen auf 80 Euro, Kampfparken in zweiter Reihe auf 100 Euro und Kampfparken auf Behindertenplätzen auf 130 Euro.

Laut "Initiative clevere Städte" liegen die Bussen für Kampfparken in Deutschland am untersten Ende im EU-Ranking. Deutschlands Kampfparkersätze liegen 75% unter dem EU-Durchschnitt.

Doch nicht nur die günstigen Bußgelder fördern das massenhafte Kampfparken, auch die mangelnde Bereitschaft vieler Kommunen gegen Kampfparker vorzugehen. Beispielsweise ist der "Radweg" in der Bergedorfer Holtenklinker Straße jeden Tag durch Kampfparker zugestellt. Der örtlich zuständigen Polizei bzw. Straßenverkehrsbehörde ist dies bekannt. Thomas Adrian von der Hamburger Innenbehörde spricht im Umgang mit Kampfparkern von einem "Drahtseilakt für die Politik".

Durch jahrelange bad practice geriet das Empfinden vieler Autofahrer so in Schieflage, dass viele es für ihr gutes Recht halten, andere behindern und gefährden zu dürfen.

Würden wie im Fall der Holtenklinker Straße nach jahrelangem Wegschauen konsequent Kampfparker abgeschleppt, gäbe es haufenweise Proteste - wegen Gewohnheitsrecht.  Zudem würden die Autofahrer klagen, wo sonst sie denn ihre Stehzeuge lassen sollten, wenn nicht auf dem angestammtem Platz auf dem "Radweg".

Ein Versuch des PK17 das Kampfparken entlang der Rothenbaumchaussee zu unterbinden endete mit einem Fiasko. Der Versuch wurde nach heftger Gegenwehr der BILD zurückgenommen, die damalige Verkehrsdirektion Mitte knickte ein gegenüber der Autolobby. In der Rothenbaumchaussee wird zwischen Klosterstern und Hallerstraße zu beiden Straßenseiten auf dem Gehweg geparkt. Erlaubt ist jedoch seit Jahrzehnten unverändert das Gehwegparken in Längsaufstellung. Die Autos stehen jedoch durchweg schräg. Die Restgehwegflächen reichen jedoch nicht mehr für den reibungslosen Fußgängerverkehr inklusive des zugelassenen Radverkehrs.

Parkbussen in der Schweiz

Laut Schweizer Bussenkatalog werden für folgende Vergehen jeweils 120 Franken (ca. 100 Euro) fällig:
  • Parkieren auf einem Radstreifen bis zu 60 Minuten
  • Parkieren auf der Fahrbahn neben einem Radstreifen bis zu 60 Minuten
  • Parkieren auf dem Trottoir, wo dies Signale oder Markierungen nicht ausdrücklich zulassen, ohne dass für Fussgängerinnen und Fussgänger ein 1,5 m breiter Raum frei bleibt
  • Behinderndes Parkieren auf einem Radweg mit darauf nicht zugelassenem Fahrzeug bis 60 Minuten
  • Behinderndes Parkieren auf einem Fussweg mit darauf nicht zugelassenem Fahrzeug bis 60 Minuten
Der deutsche Bußgeldkatakog sieht für das unzulässige Parken auf Rad- und Gehwegen zwischen 20 Euro (Standardkampfparken) und 35 Euro (mehr als eine Stunde und zzg. mit Behinderung) vor. Den Höchstsatz von 60 Euro gibt es für Behinderung von Rettungswagen durch Kampfparken (zzgl. einem Punkt im Sündenregister). Nur durch Abschleppen der Stehzeuge kommen zusätzlich zum Bußgeld weitere wesentlich höhere Kosten auf Kampfparker zu.


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