25 Juni, 2017

Hamburg: Verlegung der Veloroute 10 auf der Elbinsel Wilhelmsburg geplant

Hamburg-Wilhelmsburg: Cycle route no. 10 going to be moved

Aktualisiert um 22:47 Uhr

Otto-Brenner-Straße, aufgegebener "Radweg": Radfahrer müssen dort derzeit auf der Fahrbahn fahren - © Stefan Warda


Neulich wurden auf der Elbinsel Wilhelmsburg in die Jahre gekommene Fakeradwege beseitigt. Die schmalen „Radwege“ in der Otto-Brenner-Straße stammten vermutlich noch aus der Bauzeit der Straße vor etwa vierzig Jahren. Fehlende Instandhaltung hat nun dazu geführt, dass die Fakeradwege aus Sicherheitsgründen beseitigt werden mussten. Geld für Erneuerung ist derzeit offenbar nicht vorhanden. In den Abschnitten, wo die Radwege entfernt wurden, müssen Radfahrer auf der Fahrbahn fahren. Zwar ist die Radwegbenutzungspflicht aufgehoben, doch sicherlich gibt es Radfahrer, die sich auf einer vierspurigen Hauptverkehrsstraße separate Radverkehrsanlagen wünschen.


Otto-Brenner-Straße / Riechelmannweg: Ende des Radwegs - © Stefan Warda

Otto-Brenner-Straße: Radfahrer müssen dort derzeit auf der Fahrbahn fahren - © Stefan Warda

Die Otto-Brenner-Straße verbindet die Großsiedlung Kirchdorf-Süd mit der Kornweide, einem Autobahnzubringer, und dem Zentrum von Wilhelmsburg. Sie wurde in der Phase der autogerechten Stadt sehr großzügig angelegt und ermöglicht hohe Fahrgeschwindigkeiten. Nur für Radfahrer fielen beim Bau der Straße sehr, sehr schmale Radwege ab. Dort, wo die „Radwege“ noch vorhanden sind, hat die Natur sie an vielen Stellen zurückerobert – ein Zeichen lange unterlassener Instandhaltung. 


Otto-Brenner-Straße, noch vorhandener Fakeradweg - © Stefan Warda

Otto-Brenner-Straße, noch vorhandener Fakeradweg - © Stefan Warda


Herr Schwarz, Leiter der Straßenverkehrsbehörde beim Polizeikommissariat 44, versicherte, dass er eine Anordnung für die Erlaubnis des Gehwegradelns bei Schritttempo für die Otto-Brenner-Straße schon in seiner Dienststellenschublade habe. Jedoch seien die restlichen Gehwege neben den entfernten „Radwegen“ so schmal, dass nach den gültigen Regelwerken das Gehwegradeln nicht erlaubt werden könne. Sobald das Bezirksamt für eine Verbreiterung der Gehwege unter Hinzunahme der ehemaligen Fakeradwegabschnitte sorgen wird, solle die Anordnung umgesetzt werden. Die Flächen der ehemaligen „Radwege“ dienen solange als Grünflächen. Die beschädigten Asphaltdecken wurden abgetragen und Gras ausgesät.

Dem Regionalausschuss Wilhelmsburg wurde diesen Monat mitgeteilt, dass zukünftig die Veloroute 10 über die Otto-Brenner-Straße verlaufen soll. Noch verläuft sie parallel dazu entlang schmaler verkehrsberuhigter Straßen und Gehwege. Erste Baumaßnahmen soll frühestens im nächsten Jahr beginnen, das gesamte Veloroutennetz soll 2020 fertiggestellt sein.


Veloroute 10, Alter Deich / Kornweide - © Stefan Warda

Veloroute 10, Am Papenbrack / Brackstraße: Gehweg ohne Freigabe für den Radverkehr - Radfahrer dürfen diesen Abschnitt der "Veloroute" nicht befahren - © Stefan Warda


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19 Juni, 2017

Hamburg: Endlich wieder Sommer in der "Fahrradstadt"

Hamburg: Sommer is back in the "city of cyclists"

Heute in der Kieler Straße bei Radwegbenutzungspflicht - © Stefan Warda


Veloroute 2, Schanzenstraße - © Stefan Warda


Doormannsweg / Fruchtallee: Blockade auf der Kreuzung - die Grenzen der "Fahrradstadt" - © Stefan Warda



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14 Juni, 2017

Copenhagenize Index fahrradfreundliche Städte: Hamburg behauptet sich unter den Top Twenty

Copenhagenize bicycle friendly cities index: Hamburg still among top twenty of world cycling cities


Kopenhagen, Cirkelbroen - © Stefan Warda


Alle zwei Jahre veröffentlich Copenhagenize Design die Rangliste der weltbesten Fahrradstädte. Hamburg konnte einen Platz unter den Weltfahrradstädten behaupten und wurde auf den Platz 17 gesetzt. Unter den Top Ten sind zwei weitere deutsche Stäste vertreten: Berlin und München, die jeweils besser bewertet wurden. Als weltbeste Fahrradstadt wurde Kopenhagen ausgezeichnet, vor Utrecht und Amsterdam.


Die Rangfolge:
  1. Kopenhagen
  2. Utrecht
  3. Amsterdam
  4. Straßburg
  5. Malmö
  6. Bordeaux
  7. Antwerpen
  8. Ljubljana
  9. Tokio
  10. Berlin
  11. Barcelona
  12. Wien
  13. Paris
  14. Sevilla
  15. München
  16. Nantes
  17. Hamburg
  18. Helsinki
  19. Oslo
  20. Montreal

Hamburg wurde gegenüber dem Ergebnis vor zwei Jahren um zwei Plätze besser bewertet. 2011 lag Hamburg auf Platz 11, 2013 auf Platz 20, 2015 auf Platz 19 und nun auf Platz 17.

Chancen

Hamburg hat das beste Leihradsystem in ganz Deutschland. Die vielen Radfahrer bzw. Fahrräder in einigen Hamburger Stadtteile vermitteln das Gefühl, in Amsterdam oder Kopenhagen zu sein.


Kopenhagen: Breite getrennte Radwege - © Stefan Warda

Region Kopenhagen: Breite getrennte Radwege, dagegen kaum Platz für Stehzeuge - © Stefan Warda

Kopenhagen, Gyldenløvesgade - © Stefan Warda


Kritik

Die Auszeichnung bekam Hamburg mehr für den aktuell erlebbaren hohen Radverkehrsanteil, als für Bemühungen Hamburg zu einer "Fahrradstadt" auszubauen. Kritisiert werden neben dem mangelhaftem Winterdienst vor allem die vielen unterschiedlichen Führungsformen für den Radverkehr. Diese sollten auf einen einheitlichen Standard gebracht werden, möglichst abgetrennt vom Autoverkehr.





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12 Juni, 2017

Dooring-Unfälle müssen nicht sein

Dooring accidents can be avoided


Frederiksberg, Kampagne gegen Dooring - © Stefan Warda


Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) macht auf die Gefahren von Dooring-Unfällen aufmerksam. Dooring-Unfälle seien meist schwer, aber oft vermeidbar. Dies belege eine Studie auf Basis der eigenen Unfalldatenbank.

Danach kollidierte bei rund jedem vierzehnten Pkw/Radfahrer-Unfall (sieben Prozent) ein Radler mit einer sich öffnenden Autotür, meist der Fahrertür. Rund jeder fünfte dieser Unfälle endete mit einer schweren Verletzung für den Radfahrer. Meist sind es Beinverletzungen und Verletzungen des Kopfes (je 40 Prozent).

Oft würden diese Unfälle dort geschehen, wo es keine separate Radverkehrsführung wie Schutzstreifen oder Radfahrsteifen gäbe, also im Verlauf von Straßen, an denen Radfahrer auf der Fahrbahn an Stehzeugen vorbeifahren müssen.

„Parkende Fahrzeuge stellen grundsätzlich ein Risiko für Radfahrer dar. Das muss bei allen Infrastrukturplanungen berücksichtigt werden.“

Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicher, sieht in Stehzeugen ein grundsätzliches Risiko für Radfahrer. Bei der Anlage von Fahrradstraßen sollten deshalb grundsätzlich keine parkenden Autos zugelassen werden.  Neben auf der Fahrbahn befindlichen Radfahr- oder Schutzstreifen sollten ebenfalls keine Parkflächen ausgewiesen werden. Wo diese schon vorhanden sind, müsse ein mindestens fünfzig Zentimeter breiter Sicherheitsstreifen markiert werden.

Um Dooring-Unfälle zu verhindern, seien auch technische Lösungen gefragt, die den aussteigenden Autofahrer nicht nur warnen, sondern konsequent das Öffnen der Türen kurz vor und während des Vorbeifahrens eines Radfahrers verhindern. „Nach unseren Berechnungen würden die Türen nur sehr kurz blockiert werden“, so Brockmann. „Das wäre Autofahrern angesichts des Sicherheitsgewinns für Radfahrer durchaus zuzumuten.“ Immerhin elf Meter vorher müsste ein Radler, der mit 20 km/h unterwegs ist, bemerken, dass die Tür aufgeht, um noch zum Stillstand bremsen zu können. Ausweichmanöver brauchen bei einspurigen Fahrzeugen ähnlich lange Strecken und sind überdies wegen überholender Autos oft gar nicht möglich.

"Dutch Reach"

Da solche technischen Systeme zwar machbar wären, aber bisher nicht erhältlich seien, müssten Autofahrer vor dem Aussteigen außer in den Außenspiegel auch konsequent über die linke Schulter nach hinten schauen. Sie sollten sich deshalb angewöhnen, die Fahrertür mit der rechten Hand zu öffnen ("Dutch Reach"). Durch das Drehen des Oberkörpers wandert der Blick quasi automatisch seitlich nach hinten – also auf die Fahrbahn.




Radfahrer sollten einen Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter zur parkenden Fahrzeugreihe halten und auf Signale achten (Fahrer im Auto, aussteigende Beifahrer), die das Öffnen der Fahrertür wahrscheinlich erscheinen lassen.


Kopenhagen, Kampagne gegen Dooring - © Stefan Warda


Die Empfehlungen der Versicherungswirtschaft bedeuten für Hamburg, dass damit ein großer Teil der immer noch vorhandenen Fakeradwege auf dem Hochbord endgültig abgeschrieben werden müsste oder aber die Stehzeuge daneben endlich beseitigt würden, damit Radfahrer auf diesen Fakeradwegen nicht zwangsläufig fortwährend in den Dooringzonen fähren müssten. Das Gehwegradeln ist bekanntlich auch neben Fakeradwegen verboten, wenn es nicht ausdrücklich durch entsprechende Verkehrszeichen erlaubt ist.



Eidelstedter Weg: Typischer Hamburger Fakeradweg - © Stefan Warda

Harvestehuder Weg, Fakeradweg - © Stefan Warda

Harvestehuder Weg, Fakeradweg - © Stefan Warda

Augustenburger Straße, Fakeradweg - © Stefan Warda


Außerdem muss die Stadt Hamburg berücksichtigen, dass Stehzeugbuchten den Breiten heute zugelassener Fahrzeuge entsprechen und die entsprechenden Regelwerke beachten. Zwei Meter breite Stehzeugbuchten reichen heute nicht mehr und stellen eine Gefährdung für Radfahrer dar, wenn daneben Radwege, Radfahr- oder Schutzstreifen ohne zusätzliche Sicherheitsräume verlaufen.


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11 Juni, 2017

Hamburg: Veloroute 3 wegen Baustelle am Isebekkanal gesperrt - keine Umleitung

Hamburg: Cycle route no. 3 eliminated due to constructions - no detour
Aktualisiert um 15:17 Uhr



Derzeit erfolgt in mehreren Teilschritten die Umgestaltung der Wege entlang des Isebekparks neben dem Isebekkanal in Eimsbüttel. Davon ist leider auch die Veloroute 3 betroffen. Der Abschnitt der Veloroute zwischen Bogenstraße und Goebenstraße über den Kaifuradweg und die Goebenbrücke ist gesperrt. Eine Umleitung ist wie in Hamburg bislang immer noch fast ausnahmslos üblich nicht eingerichtet worden. Radfahrer bleiben mal wieder sich selbst überlassen und müssen sich mit eigenen Ortskenntnissen - soweit vorhanden - selbst zurechtfinden.

Noch am 18. Mai verkündete die Radverkehrskoordinatorin Kirsten Pfaue nach Vorstellung des Fahrradklima-Test-Ergebnisses eine Zwischenbilanz zum Projekt "Fahrradstadt Hamburg". Wenn sich zum Beispiel zeige, dass die Streckenführung und die Beschilderung bei Umleitungen für den Radverkehr in Baustellen optimiert werden müsse, geschehe dies umgehend. Dabei wurde auf das Beispiel der eingerichteten Umleitung für Tiergartenstraße und An der Verbindungsbahn verwiesen.

Der "Meldemichel" hat nun eine Aufforderung zur Nachbesserung der Baustelle im Verlauf der Veloroute 3 erhalten. Ob die "Fahrradstadt Hamburg" hält, was sie verspricht?

Schlecht eingerichtete Baustellen gelten als Hauptärgernis für Hamburgs Radfahrer. Beim "Fahrradklima-Test" 2016 wurde das Problem Baustellen mit der Note 5,1 bewertet. Einzig die unzureichende Eindämmung der agressiven Wildparkerplage wurde noch schlechter bewertet und erhielt die Note 5,3.


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10 Juni, 2017

Nimwegen / Arnheim: Die Welt des Radverkehrs trifft sich seit heute im Land des Radfahrens

Nijmegen / Arnhem: The world of cycling meets in the country of cycling
Aktualisiert am 11.06.2017

Nijmegen, Stationsplein - © Stefan Warda


Seit heute strömen echte Radverkehrsexperten, Planer, Designer, Ingenieure, Lobbyvertreter, Politiker und Journalisten aus aller Welt in die Region Gelderland nahe der deutsch-niederländischen Grenze. Die Städteregion Arnheim / Nimwegen ist Austragungsort der Velo-city 2017, der weltweit größten Fachkonferenz zum Radverkehr. Motto der diesjährigen Konferenz ist "Die Freiheit des Radfahrens".

Das weltweite Zusammentreffen von Entscheidungsträgern, Experten und Visionären scheint kaum einen besseren Platz gefunden zu haben als die beiden Fahrradstädte. 2016 war Nijmegen als beste Fahrradstadt der Niederlande ausgezeichnet worden. Nijmegen besitzt mit dem "Velorama" das nationale Fahrradmuseum der Niederlande. Von Sonntag bis Dienstag findet zudem das "International Cargo Bike Festival" in Nijmegen statt, welches traditionell mit einer Cargo-Bike-Parade begleitet wird.

Rechtzeitig zur Velo-city-Konferenz haben die beiden Städten Arnhem und Nijmegen enorm ihre Radverkehrsinfrastruktur ausgebaut. An den Bahnhöfen Arnhem Centraal Nijmegen Centraal wurde neue, hochmoderne Fahrradparkhäuser eröffnet. Beide Städte sind mit dem Rijnwaalpad, einem Radschnellweg verbunden. Ohnehin sind die Niederländer die aktivsten Radfahrer in Europa. Mehr als 25 Prozent aller Fahrten werden in unserem Nachbarland mit dem Fahrrad zurückgelegt. In Deutschland sind es dagegen nur rund zehn Prozent, aber mit steigender Tendenz. Angesichts desolater Infrastruktur und mangelndem politischem Willen in vielen deutschen Rathäusern sei daher jedem Verkehrspolitiker angeraten die Velo-city-Konferenz zu besuchen.


Overbetuwe, Radschnellweg "Rijnwaalpad" - © Stefan Warda

Seit heute bietet die Velo-city Exkursionen zu herausragenden Beispielen niederländischer Radverkehrsplanung im gesamten Land. Der Konferenzteil wird nächste Woche beginnen. "Die Freiheit des Radfahrens" - damit mag mancher auch die Helmfreiheit in den Niederlanden verbinden. Lediglich zum Radsport tragen Niederländer Fahrradhelme, auf den Straßen in den Städten fahren Radfahrer ohne Helm. Helmträger sind dort in der Regel Touristen, vornehmlich die aus dem deutschen Nachbarland. Die Freiheit des Radfahrens soll aber noch viel mehr als nur das Gefühl vom Fahrtwind in den Haaren beinhalten. Aspekte, wie politische Steuerung und Entwicklung, Infrastruktur, Stadtentwicklung und Raumplanung werden eine Rolle spielen. Zudem aber auch  soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliche Teilnahme, welche angesichts der folgenden Austragung der Velo-city-Konferenz in Brasilien einen besonderen Fokus haben werden.


Nijmegen, Radschnellweg im Universitätsviertel - © Stefan Warda

Nijmegen, Fahrradparkhaus - © Stefan Warda

Nijmegen, Fahrradparkhaus - © Stefan Warda

Nijmegen, Radschnellweg zwischen Universität und Bahnhof - © Stefan Warda


Eine Radverkehrskonferenz in den Niederlanden wird nicht ohne das Thema der niederländischen Fahrradgeschichte auskommen und die Zusammenhänge mit Gesundheit und Nachhaltigkeit. Es gibt wohl kaum einen besseren Platz für dieses Zusammentreffen. Allen Teilnehmenden seien viele Inspirationen und neue Kontakte gewünscht.





1980 fand die erste Velo-city in Bremen statt. Zunächst waren die Folgekonferenzen auf Europa beschränkt. Mittlerweile sind Städte aus aller Welt Austragungsorte für das immer wichtiger werdende Ereignis. 2007 gab es die letzte Austragung in Deutschland in München.


Velo-city 2007 in München - © Stefan Warda



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05 Juni, 2017

Düsseldorf: Mit der Tour de France auf dem Weg zur Fahrradstadt

Düsseldorf: Going to be cycle-friendlier with le Tour de France


© Stefan Warda


Nicht nur Hamburg möchte "Fahrradstadt" werden. Auch die Landeshauptstadt Düsseldorf hat sich vorgenommen, bald eine Fahrradstadt zu sein. Noch 24 Tage, dann wird die Tour de France in Düsseldorf starten. Mit diesem großen Event möchte die Stadt eine Anschubhilfe auf dem offenbar beschwerlichen Weg zu einer Fahrradstadt leisten. Bislang kann von einer Fahrradstadt noch keine Rede sein. Beim "Fahrradklima-Test" 2016 errang die Stadt Düsseldorf die Note 4,2. Damit wird sie von Radfahrern schlechter bewertet als die weitaus größere Stadt München (Note 3,8) oder die in etwa vergleichbar großen Städte Bremen (Note 3,5), Hannover (Note 3,6) oder Leipzig (Note 3,7). Bislang (Stand 2013) soll der Radverkehrsanteil Düsseldorfs bei vierzehn Prozent liegen.

Breite Asphaltpisten ohne jegliche Radverkehrsanlagen prägen immer noch viele Stadträume der Innenstadt. Radwege sind, insofern vorhanden, oftmals viel zu schmal und in erbärmlichem Zustand. Das Stadtzentrum ist nur beschwerlich mit dem Fahrrad zu erreichen. Doch in den letzten Jahren tut sich etwas. Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel zeigt sich gern als Radfahrer. Anregungen zum Umbau Düsseldorfs zu einer fahrradfreundlicheren Stadt holte sich OB Thomas Geisel im April in der Fahrradstadt Kopenhagen. 2014 eröffnete der OB die Ausstellung "The Good City" des Kopenhagener Bicycle Innovation Lab im Düsseldorfer Rathaus.


Düsseldorf, Königsallee - © Stefan Warda


Bald schon soll die bekannte Königsallee radverkehrsfreundlicher werden - ein mutiges Unterfangen angesichts des potentiellen Verlusts an Stehzeugeraum. In einigen Innenstadtstraßen wurden Fahrspuren in Radfahrstreifen umgewandelt. Aufsehen erregte Düsseldorf dieses Jahr mit Bekanntwerden der Pläne einer "Protected Bike Lane". Ein Radschnellweg soll bald Neuss, Düsseldorf, Monheim und Langenfeld verbinden. Die Tour de France soll bei den Düsseldorfern mehr Begeisterung für das Radfahren im Alltag wecken. Im Vorfeld der Tour de France zeigt das Stadtmuseum der Landeshauptstadt die Ausstellung "Fahrradgerechte Stadt". Bleibt der Stadt zu wünschen, dass sie tatsächlich von der Tour der France profitiert und mehr Bewohner vom Radverkehr fasziniert und überzeugt. Vor zwei Jahren startete die Tour de France in Utrecht. Seitdem hat sich viel getan in Utrecht zu einer noch fahrradfreundlicheren Fahrradstadt.


Tour de France in Utrecht 2015

© Stefan Warda

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Utrecht Centraal - © Stefan Warda

Utrecht Centraal - © Stefan Warda

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Hamburg: Elbstrandradweg-Visionen vorerst gestoppt

Hamburg: No way for cyclists on the Elbe beach


Illustration des © ADFC Hamburg mit Elbstrandradweg-Idee


Nach einem Bericht des Abendblatts wird es vorerst keinen Radweg entlang des Elbstrands in Övelgönne geben. Ende Juni soll sich die Bezirksversammlung altona mit dem Thema befassen und dazu Stellung beziehen.  Im Laufe der jetzigen Legislaturperiode wird es somit vorraussichtlich zu keinen weiteren Radwegplanungen am Elbufer kommen.

Nun bleibt abzuwarten, ob die Politik den Mut hat, entlang der Elbchaussee für angemessene Radverkehrsanlagen zu sorgen. Der Verweis der Initiatoren gegen den Elbstrandradweg auf einen notwendigen Ausbau entlang der Elbchaussee würde den autofahrenden Strandperlenbesuchern jegliche Stellplätze in nächster Nähe entziehen. Wie zukünftige Radfahrstreifen bei schönem Wetter gegen Wildparker geschützt werden könnten steht in den Sternen. Ansonsten hätten Radfahrer in der "Fahrradstadt" Hamburg weiterhin das Nachsehen: Fußgänger, die Fahrräder schieben, würden toleriert, Radfahrer auf der Elbchaussee von Autofahrern weiterhin drangsaliert.


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