12. Dezember 2017

Hamburg: Neue Gehwegbenutzungspflicht für die Holstenstraße

Hamburg: New mandatory sidewalk cycling at Holstenstraße


Holstenstraße 201 neuerdings mit Gehwegbenutzungspflicht - © Stefan Warda


Die angekündigte Gehwegbenutzungspflicht für die Holstenstraße wurde mittlwerweile umgesetzt. Radfahrer müssen nun zwischen Holstenstraße 199 und dem Holstenplatz nicht mehr auf der Fahrbahn fahren, sondern auf dem beengten Gehweg. Bislang endete der an der Kreuzung mit der Suttnerstraße benutzungspflichtige Radweg bei Haus-Nr. 199 kurz vor der Kreuzung mit dem Holstenplatz. Eine Umgestaltung der Kreuzung ist mit dem Bau der Veloroute 13 vorgesehen.


Holstenstraße 199, Ende des b-pflichtigen Radwegs vor Anordnung der Gehwegbenutzungspflicht: Radler mussten auf die Fahrbahn ausweichen - © Stefan Warda



Mehr . . . / More . . . :
.

8. Dezember 2017

Hamburg-Harburg: Standortfrage für geplante Radstation drängt

Hamburg-Harburg: Decision for location of bicycle parking needed

© Stefan Warda


Der Bezirk Hamburg-Harburg muss sich noch diesen Monat auf einen Standort für die geplante Radstation am Fernbahnhof Harburg festlegen. Gelingt keine Verständigung auf einen Standort, gingen Fördermittel im Umfang von 400.000 Euro verloren. Das wäre das Aus für eine Radstation am Bahnhof Harburg, so das Abendblatt.


Hannoversche Straße vor dem Harburger Bahnhof, Fahrradabstellmöglichkeit - © Stefan Warda


Bislang hat nur der Bahnhof Bergedorf eine Radstation nach ADFC-Zertifikat. Eine Radstation bietet neben dem Parken auch Reparaturservice, Verleih und Fahrradverkauf an. Eine weitere Fahrradstation befindet sich auf dem Campus der Universität am Von-Melle-Park nahe der Schlüterstraße. Der Bahnhof Altona sollte ursprünglich auch eine Fahrradstation erhalten, bekam mit dem Umbau des Bahnhofsgebäudes jedoch nur einen kaum bekannten Fahrradabstellraum integriert im Parkhaus bei der Scheel-Plessen-Straße am Hahnenkamp. Geplant ist jedenfalls auch am Hauptbahnhof eine Fahrradstation einzurichten. Deren Einrichtung hängt vermutlich noch mit den weiteren geplanten Veränderungen rund um den überlasteten Verkehrsknoten ab.


Kiel, Radstation beim Hauptbahnhof - © Stefan Warda

Kiel, Radstation beim Hauptbahnhof - © Stefan Warda


Mehr . . . / More . . . :
.

4. Dezember 2017

Hamburg: Wildparkerproblem in der Osterstraße bleibt weiterhin ungelöst

Hamburg: No solution against aggressive car parking along Osterstraße?

Osterstraße am ersten Adventssamstag - © Christian Hinkelmann


In der rundum erneuerten Osterstraße in Eimsbüttel gibt es weiter ein Falschparker-Problem. Allein am ersten Adventswochenende blockierten zig Autos Rad- und Fußwege.

In der Osterstraße in Eimsbüttel werden Fuß- und Radwege weiterhin im großen Stil von Falschparkern blockiert. Am ersten Adventswochenende war die zentrale Einkaufsmeile von Eimsbüttel besonders stark betroffen.

Bei zwei kurzen NahverkehrHAMBURG-Stichproben am vergangenen Samstag wurden auf einem 500 Meter langen Abschnitt innerhalb von Minuten insgesamt rund  30 Autos gezählt, die ganz oder teilweise auf Fußwegen und Radfahrstreifen (Schutzstreifen) standen.


Den vollständigen Bericht gibt es bei NahverkehrHAMBURG.


Mehr . . . / More . . . :
.

Hamburg: Alter Elbtunnel gesperrt - Veloroute 11 unterbrochen

Hamburg: Alter Elbtunnel closed - cycle route interrupted


Mit Sperrung des alten Elbtunnels fällt Radfahrern die Querung der Elbe nicht leicht - © Stefan Warda


Wegen Bauarbeiten ist der Alte Elbtunnel seit heute 5 Uhr bis zum 8. Dezember 24 Uhr gesperrt. Grund für die Sperrung sind Bauarbeiten.

Der St. Pau­li Elb­tun­nel wird von Mon­tag, 4. De­zem­ber, 5.00 Uhr, bis Frei­tag, 8. De­zem­ber 2017, 24.00 Uhr, we­gen an­ste­hen­der Ar­bei­ten kom­plett für den Ver­kehr ge­sperrt. Wäh­rend der Sper­rung wer­den un­ter an­de­rem Vor­be­rei­tun­gen und um­fang­rei­che Un­ter­su­chun­gen für die an­ste­hen­de Sa­nie­rung der West­röh­re aus­ge­führt. Au­ßer­dem er­fol­gen Ar­bei­ten an den Auf­zü­gen. Der Tun­nel kann wäh­rend der ge­sam­ten Zeit we­der von Fahr­zeu­gen noch von Rad­fah­rern oder Fuß­gän­gern ge­nutzt wer­den.

Die Sperrung trifft insbesondere Pendler zwischen Wilhelmsburg und St. Pauli, Altona oder der Innenstadt, die die Veloroute 11 nutzen. Radfahrer müssen leider Umwege über die Veddel und die Norderelbbrücken wählen.


Mehr . . . . / More . . . :
 .

3. Dezember 2017

Trotz vieler Widersprüche: Osnabrück als "fahrradfreundliche Kommune" ausgezeichnet

Despite many contradictions: Osnabrück now a "cycle friendly city"
Aktualisiert um 17:29 Uhr

Osnabrück, Domhof: Wegweisung - © Stefan Warda


"In Osnabrück finden Radfahrer hervorragende Bedingungen vor"

Seit Donnerstag gilt die Stadt Osnabrück offiziell als "fahrradfreundliche Kommune". Dies haben das Land Niedersachsen und die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen / Bremen entschieden. Bei der Auszeichnungszeremonie attestierte Verkehrsminister Bernd Althusmann Osnabrück und zwei weiteren Städten "hervorragende Bedingungen" für Radfahrer.


Hervorragende Bedigungen für Radfahrer, aber nicht in Osnabrück - © Stefan Warda

Hervorragende Bedigungen für Radfahrer, aber nicht in Osnabrück - © Stefan Warda

Hervorragende Bedigungen für Radfahrer, aber nicht in Osnabrück - © Stefan Warda

Hervorragende Bedigungen für Radfahrer, aber nicht in Osnabrück - © Stefan Warda


Radfahrer bewerten Osnabrück jedoch weniger radverkehrsfreundlich. Osnabrücks Radfahrer vergaben ihrer Stadt beim zuletzt durchgeführten "Fahrradklima-Test" nur die Note 4,2 (2016). In der Gunst der Radfahrer befindet sich Osnabrück jedoch auf einem absteigenden Ast. 2014 erhielt Osnabrück noch die Note 3,9, 2012 die Note 3,7, 2003 die Note 3,8. Hervorragende Bedingungen für Radfahrer werden sicherlich mit anderen Noten bewertet. Doch wie sieht es tatsächlich in Osnabrück aus?


Osnabrück, Möserstraße / Goethering - © Stefan Warda

Osnabrück, Möserstraße - © Stefan Warda


Bei einer kleinen Testfahrt ausgehend vom Bahnhof wurde eine relativ neu umgestaltete Ausfallstraße besichtigt. Anders als die nicht weit entfernt liegende "Fahrradhauptstadt" Münster, in der vor allem auf althergebrachte Hochbordradwege gesetzt wird, bietet Osnabrück Radfahrern vor allem auf der Fahrbahn markierte Radverkehrsführungen an. Leider sind diese Radspuren oft zu schmal.


Horrorradspur auf dem Goethering

Autogerechte Stadt Osnabrück, Goethering: Zwar ist diese Fakeradspur nicht mit einer Benutzungspflicht belegt, doch lässt diese Bonsairadspur erhebliche Konflikte mit dem vorbeifahrendem MIV vermuten - © Stefan Warda

Osnabrück, Goethering 17: Radspur im Dooringbereich - © Stefan Warda

Osnabrück, Goethering 17: 1,4 Meter Abstand zwischen Stehzeug und Kantstein - ein sicheres Vorbeifahren mit ausreichendem Sicherheitsabstand ist unmöglich - © Stefan Warda

Osnabrück, Goethering: "Hervorragende Bedingungen" für Radfahrer? - © Stefan Warda

Osnabrück, Goethering: Das Umfahren des gefährlichen Dooringabschnitts erfordert bei starkem MIV besondere Aufmerksamkeit - © Stefan Warda


Der Goethering zwischen Möserstraße und Wittekindstraße ist Teil eines die Altstadt umschließenden Straßenrings. Diese Straße wurde extrem autoverkehrsgerecht angelegt. Die vorhandenen Radverkehrsanlagen erfüllen nicht die erforderlichen Mindeststandards. Sie sind ganz eindeutig viel zu schmal. Die auf den beiden angrenzenden Fahrspuren vorbeirauschenden Fahrzeuge zwängen Radfahrer in eine gefährliche Falle ein. Etwas weiter führt die Radspur bei einer Breite von nur 1,4 Metern zwischen Stehzeugen und Kantstein entlang. Radfahrer sollen dort im Dooringbereich der Beifahrerseite fahren. Das Unsicherheitsgefühl ist steter Begleiter, egal, ob Radfahrer neben der zu schmalen Radspur fahren und dabei bedrängt werden oder auf der schmalen Radspur und dabei von der Seite bedrängt werden. Zudem erfordert es besondere Aufmerksamkeit, den gefährlichen Dooringabschnitt auf der Fahrbahn zu umfahren.

Vom Altstadtring Richtung Nordosten führt die Wittekindstraße. Auf schmaler Spur werden Radfahrer werden Radfahrer durch den Straßenverkehr geleitet. Weiter geht es über die Alte Poststraße, Bohmter Straße und Bremer Straße. Dieser Straßenzug wurde vor wenigen Jahren umgestaltet und verdient somit eine eingehende Betrachtung. Zwar gibt es keinerlei Radwegbenutzungspflichtzeichen, jedoch signalisiert die durchgezogene Breitstrichlinie einen für den Radverkehr separierten Raum. Leider führen diese abgestrennten Radspuren ebenso im Dooringbereich. Um einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu Stehzeugen zu halten, müssten Radfahrer abschnittsweise auf der Breitstrichlinie radeln. Dies würde jedoch sicherlich nicht vom MIV geduldet, somit fährt bei Radfahrern auch dort die Unsicherheit immer mit.


Aus dem Stadtzentrum Richtung Norden

Osnabrück, Wittekindstraße: Auf schmaler Radspur zwischen dem MIV - © Stefan Warda

Osnabrück, Wittekindstraße - © Stefan Warda

Osnabrück, Alte Poststraße: Der regelmäßige Buslinienverkehr weist Radfahrer zurück auf die zu schmale Radspur im Dooringbereich der Stehzeuge. Um einen ausreichenden Seitenabstand zu den Stehzeugen einzuhalten, müssten Radfahrer auf der Breitstrichlinie fahren. Busfahrer müssen dann hinterherzockeln. Unsichere Radfahrer werden den Mut nicht haben, das Abdrängen wird allgegenwärtig sein- © Stefan Warda

Osnabrück, Alte Poststraße - © Stefan Warda

Osnabrück, Bohmter Straße - © Stefan Warda

Osnabrück, bohmter Straße; Radspur im Dooringbereich über vorebeirauschendem Buslinienverkehr - © Stefan Warda

Osnabrück, Bohmter Straße: Radspur im Dooringbereich - © Stefan Warda

Osnabrück, Bohmter Straße: Radspur im Dooringbereich - © Stefan Warda

Osnabrück, Bremer Straße - © Stefan Warda

Osnabrück, Hunteburger Weg: Schmale Radspur trotz Tempo-30-Zone - © Stefan Warda

Neumarkt

Osnabrück, Neumarkt: Glücklicherwiese wird diese Situation derzeit umgestaltet - © Stefan Warda


Osnabrück konnte leider nicht als "fahrradfreundliche Kommune" überzeugen. Verkehrsminister Althusmann hätte vor der Auszeichnung öfters in Osnabrück mit dem Rad fahren sollen, um sich für seine Laudatio richtig vorzubereiten. Eine ausführliche Würdigung findet sich beim Lokalblog it startet with a fight. Weitere "fahrradfreundliche Kommunen" sollen Lingen und Hameln sein.



Mehr . . . / More . . . :
.

27. November 2017

Hamburg: Lückenschluss für Veloroute 4 soll 2018 erfolgen

Hamburg: Cycle route to be continued
Aktualisiert am 28.11.2017

Veloroute 4, Hudtwalckerstraße / Leinpfad - © Stefan Warda


Die Veloroute 4, die zukünftig das Stadtzentrum mit der Landesgrenze zu Norderstedt verbinden soll, soll demnächst verbessert. Obwohl die Veloroute zwischen Innenstadt und Fuhlsbüttel mit einer Wegweisung ausgestattet ist, gibt es in Winterhude bislang immer noch einen unbenutzbaren Abschnitt. Entlang der Hudtwalckerstraße sollen Radfahrer zwischen Leinpfad und Sierichstraße einen schmalen, benutzungspflichtigen - jedoch unbenutzbaren - "Radweg" befahren, der in voller Breite im Dooringbereich von Stehzeugen liegt. Fast ausnahmslos alle Radfahrer fahren dort bislang regelwidrig neben dem Fakeradweg auf dem Gehweg. Eigentlich müssen Radfahrer jedoch entgegen der Benutzungspflicht für den Fakeradweg die Fahrbahn benutzen, wenn sie einen nach Gerichtsurteilen erforderlichen Seitenabstand zu Stehzeugen einhalten wollen.


Veloroute 4, Hudtwalckerstraße: benutzungspflichtiger Fakeradweg im Dooringbereich und Gehwegradler - © Stefan Warda

Veloroute 4, Hudtwalckerstraße: benutzungspflichtiger Fakeradweg im Dooringbereich - © Stefan Warda

Laut derzeitiger Planung soll dieser schmale Fakeradweg ersetzt werden durch einen 1,75 Meter breiten Radweg, der durch einen 0,65 Meter breiten lichten Sicherheitsstreifen von Stehzeugen getrennt werden soll. Zudem sollen die Kreuzung Hudtwalckerstraße / Bebelallee / Sierichstraße leicht an die Ansprüche des Radverkehrs angepasst und leichte bauliche Verbesserungen an der Radverkehrsführung auf der Nordseite der Hudtwalckerstraße vorgenommen werden. Die Führung über die Nebenfahrbahn vor der Komödie Winterhuder Fährhaus soll leider bestehen bleiben. Auch der kurze Zweirichtungsabschnitt zwischen Komödie Winterhuder Fährhaus und Leinpfad soll leider bestehen bleiben. Alles in allem: Die Veloroutenplanung bleibt hinter den Erfordernissen an eine Veloroute deutlich zurück. Die erwartete Zunahme des Radverkehrs lässt sich auf den weiterhin relativ schmalen Radwegen, komplizierten Kreuzungen und der Nebenfahrbahn mit dem Stehzeugeproblem vor der Komödie nicht bewältigen.


Veloroute 4, Hudtwalckerstraße: Um dem Verlauf der Veloroute zu folgen, müssen Fahrradfahrer derzeit noch auf die Fahrbahn - © Stefan Warda


Der Baubeginn soll im nächsten Jahr erfolgen.


Veloroute 4, Hudtwalckerstraße: Die problematische Führung über die Nebenfahrbahn soll bestehen bleiben - © Stefan Warda

Veloroute 4, Hudtwalckerstraße: blockierte Nebenfahrbahn und Gehwegradler - © Stefan Warda

Veloroute 4, Hudtwalckerstraße: Behinderung des Radverkehrs auf der Nebenfahrbahn - © Stefan Warda

Veloroute 4, Hudtwalckerstraße: Problematische Führung vor dem Komödientheater - © Stefan Warda



Mehr . . . / More . . . :
.

25. November 2017

Deutschland - Fakeradwegeland

Germany - land of fake cycle tracks



Mehr . . . / More . . . :
.


24. November 2017

Hamburg-Altona: Radweglücke an der Großen Bergstraße endlich geschlossen

Hamburg-Altona: Improvement of interrupted cycle track

Aktualisiert am 25.11.2017
Große Bergstraße / Thedestraße, neue Verkehrszeichen - © Stefan Warda


Nach über drei Jahren Bearbeitungszeit wurde die Radweglücke an der Großen Bergstraße provisorisch geschlossen.

Als die Radwege entlang der Louise-Schröder-Straße, Großen Bergstraße, Jessenstraße und Ehrenbergstraße vor etwa fünfzehn Jahren erneuert wurden, wurde dem Autoverkehr an der Kreuzung mit der Virchowstraße übermäßig viel Platz eingeräumt. Der zum Zeitpunkt der Instandsetzung benutzungspflichtige Radweg endet fortan zwischen Haus-Nr. 143 und 147, damit möglichst viele Fahrspuren vor der Kreuzung den Autoverkehr bevorteilten. Ab dem Ende des Radwegs bis zur Kreuzung mit der Virchowstraße sollten Radfahrer den vorhandenen Gehweg benutzungen und sich mit den Fußgängern teilen. Nach Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht wurde auch das Verkehrszeichen 240, welches das Gehwegradeln vorschrieb bzw. erlaubte, ersatzlos entfernt. Fortan gab es im Verlauf der Nebenfläche eine Lücke in der Radverkehrsführung. Radfahrern stand fortan nur noch die Fahrbahn zur Fortbewegung zur Verfühung. Allerdings gab es keine Aufleitung auf die Fahrbahn am Ende des Hochbrodradwegs. Die Folge waren andauernde Regelverstöße seitens der Radfahrer, die den Gehweg im Verlauf der stark frequentierten Verbindung regelwidrig befuhren.


Große Bergstraße 143, Ende des Radwegs vor der Kreuzung 2013 nach Aufhebung des Radwegzwangs - © Stefan Warda

Große Bergstraße 147: Nach Aufhebung der Gehwegbenutzungspflicht endete der Radweg urplötzlich vor der Kreuzung. Dies führte zu andauernden Regelverstößen seitens der Radfahrer. Eine gesicherte Aufleitung auf die Fahrbahn am Ende des Radwegs fehlt bis heute - © Stefan Warda


Nach drei Jahren Bearbeitungs- oder Bedenkzeit haben die verantwortlichen Fachbehörden nun reagiert und das Gehwegradeln legalisiert. Seit wenigen Tagen wurde an der Kreuzung Große Bergstraße / Thedestraße eine entsprechende Schilderkombination aufgestellt. Die Reaktion erfolgte vielleicht auch nur, weil die vorgesetzte Fachbehörde der örtlich zuständigen Straßenverkehrsbehörde über den Vorgang vor drei Jahren informiert wurde.


Mehr . . . / More . . . zu Altona
.

19. November 2017

Vision Fernradschnellweg Hamm - Essen - Krefeld - Venlo

Fast cycle route Horst aan de Maas - Venlo to be extended to Krefeld (and Hamm)


Venlo, Greenport Bikeway - © Stefan Warda


Radschnellweg Horst aan de Maas - Venlo soll über die Grenze bis Krefeld verlängert werden

Deutschland soll an das hervorragende niederländische Radschnellwegenetz angeschlossen werden. Neben Radschnellwegeplanungen im Großraum Aachen (Aachen - Heerlen) besteht die Absicht eine Radschnellwegverbindung zwischen Krefeld und Venlo einzurichten. Eine derzeit in Arbeit befindliche Machbarkeitsstudie soll im nächsten die genaue Trassenführung aufzeigen. In Venlo würde Anschluss an einen Radschnellweg in Richtung Horst aan de Maas (Greenport Bikeway) bestehen. In Kleve startete dieses Jahr der Bau der e-Rad Bahn nach Kranenburg. Dort besteht Anschluss an den schon vollendeten Bahntrassenradweg über die Landesgrenze hinweg nach Groesbeek.

Vision Fernradschnellwegverbindung Hamm - Venlo

Mit dem zukünftigen Radschnellweg Venlo - Krefeld, der in Planung befindlichen "Krefelder Promenade" und deren Verlängerung bis an den zukünftigen Radschnellweg Ruhr (RS1) in Duisburg soll es irgendwann eine Art Fernradschnellwegverbindung geben. Zukünftig wäre es vielleicht möglich, auf einer komfortablen Radschnellverbindung vom Ruhrgebiet direkt in die benachbarten Niederlande zu radeln.


Noch ist die geplante Radschnellwegführung zwischen Venlo und Krefeld unklar. Im nächsten Jahr soll die Machbarkeitsstudie abgeschlossen sein.



Mehr . . . / More . . . :
.

18. November 2017

Stadt kündigt Neuerungen beim Winterdienst für Hamburgs Radfahrer an

City of Hamburg announced better snow clearing for cyclists

Aktualisiert um 18:31 Uhr
"Winterdienst" auf dem benutzungspflichtigem Zweirichtungsradweg der Kennedybrücke - © Stefan Warda

Nach dem Hamburger Wegegesetz gibt es keinen geregelten Winterdienst für Radverkehrsanlagen. Lediglich das Verbot, Schnee auf Radwegen zu lagern, ist im Wegegesetz enthalten. Ein mangelnder Winterdienst steht jedoch im Widerspruch zu einer angeordneten Radwegebenutzungspflicht, vor allem bei stark frequentierten Radwegen.


Kein Winterdienst auf benutzungspflichtigem Radweg - © Stefan Warda


Allererste Winterdienstversuche gibt es schon seit mehreren Jahren entlang der Veloroute 3 - mit unterschiedlich befriedigenden Ergebnissen. Seit Etablierung des Fahrradforums bei der Verkehrsbehörde gab es Überlegungen einen großräumigen Winterdienst für den Radverkehr in Hamburg einzurichten. Der erste größere Winterdienstversuch auf Hamburgs Radverkehrsanlagen wurde im Winter 2010/2011 durchgeführt - mit wenig Erfolg. Die Probleme:
  • In Hamburg darf kein Salz auf Radwegen oder gemeinsamen Geh- und Radwegen zum Einsatz kommen. Bislang wird Granulat gestreut. Zum Teil wurden bislang Räumfahrzeuge mit Rollenbürsten und Granulatstreuern eingesetzt, es kamen jedoch auch Räumfahrzeuge mit Räumschildern zum Einsatz.
  • Auch wenn es nach dem Wegegesetz verboten ist, wird gerne von Anliegern der von Gehwegen abgeräumte Schnee auf angrenzenden Radwegen gelagert.
  • Die beiden vorgenannten Kriterien führen dazu, dass sich Eis- und Schneereste in Hamburg am längsten auf Radwegen halten. Während Fahrbahnen und Gehwege nach einer Schneeperiode frei sind, bleiben Radwege - auch benutzungspflichtige - in der Regel noch tagelang vereist und unbenutzbar.
  • Vor allem Hamburgs ältere Radwege sind nicht für einen maschinellen Winterdienst geeignet. Zudem erfordert der Winterdienst auf baulich angelegten Radwegen enorme Ortskenntnisse, da unter einer geschlossenen Schneedecke der Verlauf der Radwege nicht erkennbar ist. In sehr vielen Fällen wurden in den vergangenen Jahren daher nicht die Radwege vom Winterdienst getroffen, sondern Gehwegflächen, die von Radfahrern nicht benutzt werden dürfen.
  • In Tempo-30-Zonen gibt es grundsätzlich keinen Winterdienst, auch wenn Veloroutenabschnitte im Verlauf von Tempo-30-Zonen zum versprochenen Winterdienstprogramm zählen. Dies betrifft z.B. Abschnitte der Velorouten 1 (Thadenstraße), 2 (Weidenstieg) und 3 (Hartungstraße, Rutschbahn).
  • Radfahrstreifen neben Stehzeugen werden nicht vom Winterdienst berücksichtigt, auch wenn diese zum angekündigten Winterdienstprogramm für den Radverkehr zählen. Dies wurde bislang aus Sorge um die Stehzeuge von der Stadtreinigung abgelehnt - z.B. in der Hochallee.
  • In manchen Straßenabschnitten des ausgewiesenen Winterdienstprogramms werden Radverkehrsanlagen nicht vom Winterdienst berücksichtigt, sondern lediglich die Fahrbahnen. Dies betrifft z.B. die Veringstraße. Dort gibt es den Winterdienst mit Salzlauge nicht nur auf den für den Radverkehr angegeben Teilstücken, sondern auch auf den anderen Abschnitten - wegen des Buslinenverkehrs. Die meisten Straßen, deren Fahrbahnen regelmäßig vom Salz-Winterdienst versorgt werden, werden im Radverkehrswinterdienstprogramm jedoch nicht erwähnt.
  • Auf Zweirichtungsradwegen, wie z.B. entlang An der Alster im Verlauf der geplanten Velorouten 5 und 6, wurde bislang in nicht ausreichender Breite geräumt. 
  • Auf manchen Radverkehrsanlagen verbleibt das ausgebrachte Granulat noch Monate.

"Winterdienst"  auf dem benutzungspflichtigem Zweirichtungsradweg entlang An der Alster: Keine wirkliche Einladung zum Radfahren bei Schnee und Eis und danach - © Stefan Warda

"Winterdienst" auf dem benutzungspflichtigem Radweg Doormannsweg - © Stefan Warda


Fazit: Die bislang angekündigten Winterdienste für den Radverkehr waren bislang mehr Propaganda und Absichtserklärungen für Statistiken und vermeintliche "Erfolgs-Berichte" als tatsächlich durchgeführte Maßnahmen und standen demnach angekündigten Klimaschutzabkommen und deren Einhaltung nicht an.


Hamburger Radweg nach Granulatüberfall - © Stefan Warda

Veloroute 11 Monate nach Granulatüberfall - © Stefan Warda

Granulat auf der Veloroute 11 - © Stefan Warda

Granulat auf der Veloroute 11 - © Stefan Warda


Für die bevorstehende Wintersaison kündigt die Stadt Neuerungen an. Zum einen ist das Netz für den Radverkehrswinterdienst ausgedehnt worden, zum anderen soll versuchsweise ein neues Streumittel auf Radverkehrsanlagen zum Einsatz kommen. Laut Abendblatt will die Stadtreinigung erstmals Blähtonkügelchen anstelle von Granulat auf Radwegen verwenden. Nach Reinhard Fiedler, Sprecher der Stadtreinigung, habe Blähton den Vorteil, dass er seine abstumpfende Wirkung auch dann behalte, wenn das Eis auf dem Radweg überfriert. Sand werde dagegen bei Überfrieren auf dem Radweg genauso rutschig wie Eis. Ob Radfahrer nun weniger an den Rückständen des neuen Streumittels zu leiden haben, wird vielleicht der bevorstehende Winter zeigen.


Winterdienst in Kopenhagen mit Salz - © Stefan Warda

Salz auf Radwegen in Malmö - © Stefan Warda


Das aktuell angekündigte Winterdienststreckennetz für Hamburgs Radverkehr:




Mehr . . . / More . . . :
.